Peter verschenkt Geld (aber keine Adressen)

August 13th, 2008

Letzte Woche, zwei Tage nachdem das  ”Postzustellzentrum Leipzig” mit der Frage nach meiner aktuellen Adresse anrief, um eine Sendung mit unkenntlichem Adressfeld weiterleiten zu können, bekam ich einen Brief “Information zur aktuellen Renten-Ziehung”.

Der sieht richtig professionell aus, so mit graumellierter Rückseite wie bei Briefen von Banken, die verhindern wollen dass ihre PINs durch den Briefumschlag gelesen werden können, und wurde von einem Peter Deinzer unterschrieben. Der Peter ist der Leiter der Renteninformation und sagt, dass ich ein echter Glückspilz bin! Ich stehe nämlich auf einer der “exklusivsten Listen Deutschlands”, und habe die “einzigartige Chance”, eine 25-Jahres-Sofortrente zu gewinnen. Also irgendwie mag ich den Peter. Ich versuche mir kurz vorzustellen, was so ein Leiter Renteninformation sonst noch machen könnte, und was der Titel eigentlich bedeuten soll, arbeitet er doch bei der DVK GmbH (klingt fast wie die Krankenkasse DKV, ist sicher ähnlich solide). Egal; denn die Teilnahme ist gratis, nur ein paar Glückszahlen auswählen und an die 0800-33 777 55 übermitteln, gebührenfrei. Meine letzten Zweifel schwinden, denn die Rente ist tatsächlich “komplett steuerfrei”, vererbbar und mein staatlicher Rentenanspruch bleibt trotzdem bestehen. Nur falls die Kohle nicht reichen sollte. Der Peter hat wirklich an alles gedacht!

Wäre mal interessant in welcher Form die DVK GmbH (Kuehnstraße 75, 22045 Hamburg) mit den Rentenkassen zusammenarbeitet, vielleicht sollte man mal den Leiter Renteninformation fragen. Fragen zu der Firma im Netz führen zu weiteren Segnungen wie z.B. Autos in Bahnhöfen die man gewinnen kann, natürlich gratis, man muß dort nur seine Adressdaten hinterlassen; gibts ja manchmal auch im Dresdner Hauptbahnhof.

Stellt sich die Frage wer außer Peter an der ganzen Geschichte profitiert, und wie tief man sinken muß um sowas zu fabrizieren … Könnte man da nicht was machen? Vielleicht, von verschiedenen Orten Briefe an die Adresse schicken, als Antwort (und damit für den Empfänger kostenpflichtig), z.B. 1000 Stück? Oder per Wahlwiederholung die Hotline anrufen und damit dauerhaft blockieren? Peters Privatadresse und die seiner Mitarbeiter ermitteln und groß auf die Kuehnstrasse malen? Hilfts?

Werde erstmal nach §28 Abs.4 Satz1 Bundesdatenschutzgesetz der Zusendung weiterer Briefe widersprechen und recherchieren, ob es nicht so etwas wie eine Auskunftspflicht gibt. Interessiert mich wirklich was das für Leute sind, und werde hier berichten wenn es Neues dazu gibt!

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1 Kommentar Kommentieren

  • 1. Frank  |  Juli 2nd, 2009 at 5:30 pm

    Die “DVK GmbH” gibt es nicht. Sie verwenden eine unzulässige Abkürzung des richtigen Firmennamens “Deutsche Versorgungskette GmbH”. Nur letztere ist im Handelsregister eingetragen.

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