Spuren von Zwietracht

Juni 11th, 2008

Irgendwie komme ich gerade nicht so richtig über die Reaktionen auf Kullas Vortrag auf den Datenspuren klar. Nicht nur die direkten Reaktionen während und nach des Vortrags, die alles andere als souverän waren, nicht nur die bis jetzt 44 Kommentare in Kullas blog selba, die in ihrer Absurdität nochmal drastischer wirken, jetzt kommt sogar auch schon Reichstagsfeuerfefe persönlich zum Matsch werfen.

8 Punkte zur Kenntnisnahme:

  1. Ich habe Kulla zu den Datenspuren eingeladen. Es gibt in Dresden zur Kritik an der Kampagne Gesprächsbedarf, die lange Diskussion nach dem Themenabend mit Maha hat das gezeigt. Wenn das in der Landeshauptstadt nicht so ist, auch gut. Aber wir machen hier eine Veranstaltung in Dresden.
  2. Ich wusste, dass classless eine Teilmenge der Kritik bearbeitet. Ich war in der cBase.
  3. Die Aussage, dass das Symposium eine Orientierungsveranstaltung für junge, unorientierte sächsische Jugendliche ist, und die man deshalb nicht mit Zwietracht und Diskussion verunsichern dürfte, ist in ihrer Annahme und Folgerung völliger Blödsinn. Ich hoffe nicht, dass dies jemand nochmal ernsthaft bekräftigen will.
  4. Ich selbst finde Teile seiner Argumentation nachvollziehbar, andere nicht. Einen Teil würde ich selber vertreten, andere Punkte nicht. Ein kontroverses Thema eben und selbstverständlich kein Ausschlusskriterium wenn es um die Auswahl von Vorträgen geht.
  5. Ich mache selber viele ehrenamtliche Projekte, in die ich viel Kraft reinstecke. Da kommt ab und an mal jemand von halbaußen und ist mit Teilen der Gesamtsituation unzufrieden, entweder weil er keine Ahnung hat, oder weil er Recht hat. Aber für beide Fälle muss es einen anderen Umgang geben, als das was hier gerade mit Kulla passiert.
  6. Die geübten Profis, die ja offensichtlich den Vortrag im Sinne der Schadensbegrenzung gar nicht öffentlich gehalten wollen wissen, legen sich damit selbst ein schönes Ei. Es ist doch im Sinne der Gegner dieser Diskussion kontraproduktiv, da mit überschlagener Stimme die elementaren Regeln der Diskussionskultur an den Nagel zu hängen und ein kopfschüttelndes Publikum zurückzulassen, was dadurch irgendwie schon einen sektenartigen Eindruck vom CCC gewinnen könnte.
  7. Die CCC-Sprecher haben seit der Vorbereitung auf den 24C3 massiv versäumt, öffentlich in irgendeiner Form Stellung zu nehmen und die Kritikpunkte inhaltlich zu widerlegen. Man hätte auch sagen können: Das betrifft uns nicht, wir arbeiten ganz anders, nämlich folgendermaßen, und hierfür sind wir gar nicht verantwortlich, sondern der AK, und ja, wir wollen hier keine militante Revolution, Pech gehabt. Ich kenne Kulla schon länger als zwar provokativen, aber meistens gesprächsbereiten und vor allem chaoscompatiblen Menschen. Da wäre deutlich mehr drin gewesen als dieses merkwürdig gehemmte Matschwerfen, da beobachte ich auf dem Spielplatz meines Sohnes ein wesentlich gesünderes Sozialverhalten.
  8. Die Aussage, dass Kritik nur üben darf, wer selber mitmacht, ist undemokratisch. Was diese jetzt auch nicht automatisch delegitimiert, aber wenn wir auf Basis von stalinistischen Axiomen diskutieren, wäre vorher ein Hinweis darauf mehr als angebracht.

Ansonsten war das Symposium ein voller Erfolg, vielen Dank nochmal allen Referenten, Unterstützern und Helfern.

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